Willkommen, trainbuk! Fühl dich wie zuhause. Was darf ich dir zu trinken anbieten?
Grüß dich. Vielen Dank. Normalerweise Kaffee, schwarz, aber heute würde ich doch ein Pilschen zur Auflockerung vorziehen. Ich meine, wir Hessen sind ja bekanntermaßen nicht so sehr kontaktfreudig. - „Bei fremde Leid innde Küsch – Ach, du liewe Zeit, oh, heer mer uff!“
Wo bloggst du und wie bist du dazu gekommen?
Jo, grundsätzlich überall. Entweder habe ich gerade einen PC in Reichweite oder schreibe mir Stichworte auf Zettel bzw. ins Handy. Eigentlich hätte ich gerne ein Diktiergerät, ja, das fände ich dufte. Aber dann habe ich mir überlegt, dass es wahrscheinlich nicht gut wäre, wenn ich mal wieder einem Mann mit tätowierter Träne (unter dem rechten Auge) und Spinnennetz (am Hals) gegenüber säße, da schnell ein paar spöttische Worte über diesen zu diktieren. Ich werde also bei den Zettelchen bleiben.
Japp, the beginning: Wie das Leben halt so spielt; man trifft zufällig jemanden, so eine Person eben, die auf Anhieb Hobbes antwortet, wenn man Calvin ruft - die erklärt einem, was ein Blog überhaupt ist und sagt irgendwann: „Mach doch auch einen!“ So geschehen. Nur eines von vielen Dingen mit denen dieser großartige Mensch mein Leben bereichert hat.
Wie sieht Dein Leben aus? Beschreibe uns mal einen ganz normalen Tag.
Verschlafen. Mürrisch aufstehen. Kalte Dusche. Kaffee. Filterlose. Zum Bahnhof tigern. Dort durchzählen, ob alle da sind und über diesen lustigen Mann amüsieren, der jeden Tag seine Strech-Übungen auf dem Bahnsteig macht. Aus dem Zugfenster starren. Gesichter mustern. Gespräche belauschen. Rechner hochfahren. Meckern. Kaffee. Filterlose. Rechner runterfahren. Das gleiche noch mal rückwärts. Essen. Mit Frau, Kind und Katze spielen bis alle müde sind und schlafen. Rechner hochfahren. Kaffee. Filterlose. Bloggen. Zocken. Rechner runterfahren. Rüsseln. Verschlafen...
Was macht dein Leben lebenswert?
Ich bin. Ausreichend viele Menschen sind darüber erfreut und genau die richtigen verärgert. Beides ist ein guter Grund an diesem Status zzt. nichts zu ändern. Im Übrigen verfüge ich bzgl. der Alternative über zu wenige Informationen... Nein, im Ernst: Ich versuche zwar stets rational an das Leben heranzugehen, aber im Grunde verehre die Emotion. Ich bin quasi ein emotionaler Rationalist oder meinetwegen auch ein rationaler Emotionalist. Die ohnmächtige Verzweiflung, die man im strömenden Regen bis kurz vor dem Schlusspfiff fühlt, sie ist mir so lieb, wie diese irrsinnige Euphorie - deren Intensität sie entscheidend mitbestimmt – die einen dann erfasst, wenn der Ball in der 92. über die Linie trudelt. Mit manchen Menschen führt man Beziehungen, von denen im Mittel neun Tage katastrophal und einer ganz groß verlaufen. Ja, möglich, man steigt nächstes Jahr sang- und klanglos ab und auch die Beispielsperson ist vielleicht bald weg; nur, diesen einen großartigen Moment, den kann dir keiner mehr nehmen. Es ist jener, der dir Schauer der Geilheit über den Rücken jagt und an den du dich nach Jahren mit einem Lächeln erinnern und gut fühlen wirst. Und alles Wunderbare ist immer irgendwie an deinem Plan vorbei, unerwartet. In Phasen, in denen dich die Dunkelheit zu verschlucken droht, schaust du plötzlich wieder in gleißendes Licht und setzt deine schweinecoole Sonnenbrille auf. Es ist ein großes, schönes, ein kampfbetontes Spiel: Leide, überlebe, bewältige diese Aufgabe, hol dir die Belohnung ab und betrete das nächste Level. Es ist immer so. Das macht es spannend. Das macht es lebenswert. Ja, ich liebe es! Allerdings bin ich sehr froh, dass du nicht nach dem Sinn von alledem gefragt hast.
Wo lebst du und womit verdienst du deinen Lebensunterhalt bzw. womit willst du ihn mal verdienen?
Ich schlage mich mit einer bekannten betriebswirtschaftlichen Standardsoftware und entsprechenden Projekten herum. Und als sei das nicht genug, lebe ich natürlich auch ziemlich in der Nähe des Firmensitzes.
Tja, womit? Ich bin nur in einem sicher: damit jedenfalls nicht langfristig. Skurrile Fotos, Comics und Texte würde ich gerne gegen Geld verticken, allerdings wird es dazu niemals reichen, das sehe ich realistisch. Und im Grunde ist es mir gleich. Eine Arbeit ohne Herzblut ist schlecht, eine mit – gut. Will sagen, es kann irgendeine sein, bei der das Drumherum stimmt und ich merke, dass ich morgens plötzlich gerne aufstehe. Nun, ich bin noch auf der Suche nach genau diesem Zustand.
Was treibst du in deiner Freizeit?
Lesen. Grübeln. Schreiben. Sport. Zocken.
Was genau befindet sich gerade in deinem Kühlschrank??
Käse. Es muss immer Käse vorhanden sein. Aber das ist ja selbstverständlich. Wozu bräuchte man sonst einen Kühlschrank im Haus?
Da wir in der Küche sitzen – welche kulinarischen Genüsse hau’n dich aus den Socken?
Meeresgetier - jeglicher Art und Zubereitung. Mit Vorliebe aber Tintenfisch. Und Hackfleisch. Ich liebe Hackfleisch! Oh mein Gott, einmal fand ich sogar ein Lokal, in dem mit Hackfleisch gefüllter Tintenfisch auf der Karte stand; in einem feinen Knoblauchsößchen. Ganz, ganz, ganz groß! Ich schwor dem Küchenchef ewige Treue und ging. Als ich zurückkehrte war ein asiatisches Schnellrestaurant in diesen heiligen Räumen. Ich forderte Details, Namen, Adressen - aber die Saukerle waren zäh wie Leder und hielten jeder Befragung stand. Der Meister und ich – wir sahen uns nie wieder... Entschuldigung...schnäuz...
Wie alt bist du in 15 Jahren und wie sieht dann dein Leben aus?
50?! Um Himmels Willen - 50! Puh, die entscheidenden Parameter will ich Kaffee- und Filterlosenkonsum (Verminderung!) sowie Schlaf- und Sportpensum (Erhöhung!) nennen. Solange ich an diesen nicht ernsthaft arbeite, sollte ich mir eine Vorausschau eigentlich schenken. Unabhängig davon mache ich mir darüber auch gar keine Gedanken, sondern lasse mich lieber überraschen.
Zurück in die Gegenwart. Was kannst du besonders gut?
Räusper...also, Ich kann z. B. ganz hervorragend unsere Spülmaschine einräumen. „Stell dein Licht nicht unter den Scheffel“, sagt Mutter immer, und sie hat Recht: Ich bin der beste. Es gibt da nämlich ein Besteckfach, keinen Korb, sondern ein Fach, und wenn man das Besteck in einer bestimmten Ordnung in diese Besteckhalteschiene, so würde ich sie mal nennen, sortiert, wird es hinterher picobello sauber und man kann es in nur vier Handgriffen zurück in die Schubladen verbringen. Ja.
Welche drei Charaktereigenschaften magst du an dir? Und welche würdest du lieber verschweigen?
Ich bin eine treue, verlässliche Seele, mein Gerechtigkeitsspleen ist gefürchtet und hinter dem Spott, den ich so gerne absondere, steckt einer der tolerantesten Menschen, die ich kenne – Leben und Leben lassen. Auf der anderen Seite stehen indes so viele unangenehme Eigenschaften, dass ich sie hauptberuflich verbergen müsste. Ich arbeite an ihnen, aber mehr kann ich nicht versprechen. Bewusst verschweigen wollte ich sie jedoch nicht. Das wäre so unehrlich und albern wie ein schlechtes Toupet. Und selbst wenn ich es wollte – wie könnte ich dir denn bitte verheimlichen, dass ich meine Gesprächspartner gerne übelst zulabere. Herrje, es doch einfach zu offensichtlich! Wie auch immer, wenn ein Mensch mit mir klar kommt, dann deswegen, weil er die positiven Charakterzüge so sehr schätzt, dass er die anderen in Kauf nimmt. Wenn nicht, dann, weil er das Gesamtpaket, und das ist absolut legitim, zum Kotzen findet. Und genau so möchte ich es haben!
Welches Buch liest du gerade?
Plural. Bücher. Ich habe immer mehrere angefangene Bücher auf dem Schreibtisch und in diversen Taschen. Politisches, Lustiges, Philosophisches – querbeet. Derzeit quäle ich mich mit der „Buchstabensuppe“ von... Moment mal kurz, ich darf doch jemanden grüßen, oder?! Soso, ein lustiges Buch, Herr Mentz, und genial, ja?! Ich hab sogar gleich zwei davon gekauft. Eins zum Verschenken. Ist das nicht toll? Komm du mir mal unter die Finger, Bursche!!
Was wollte ich sagen – ja, manches Mal beschleicht mich das Gefühl, es sei klüger, sie einfach nacheinander zu lesen.
Was sollten alle über dich wissen?
Ich tu nix, ich spiel doch nur! Im Grunde ist mir die Schriftsprache äußerst suspekt. Sie hat nämlich den Nachteil, dass man seine Gegenüber nicht sehen kann. Man läuft ständig Gefahr durch verunglücktes Geschreibe andere zu verletzen oder Missverständnisse zu provozieren - gerade, wenn man gerne mit Schwächen, Vorurteilen, Schubladen und Klischees spielt. Auge in Auge ist alles einfacher. Dort wird es zwar schnell mal hitziger, allerdings kann ich ein Gespräch gut steuern, ihm die Schärfe nehmen, wenn ich merke, dass ich gerade zu weit gehe. Das liegt mir eigentlich mehr.
Man sollte wissen, dass nichts, was in diesem Blog geschrieben steht, mit Groll verfasst wurde. Bloggen ist eine Form der Entspannung für mich. Man möge sich also bitte ein Spitzbubenlächeln dazu vorstellen, dann passt es. Ansonsten, solange ich noch kläffe, ist sowieso alles im grünen Bereich und nicht ganz so ernst zu nehmen. Großer Ernst wird bei mir durch Schweigen und auffallend ruhige, leise Töne ausgedrückt. Möglicherweise hast du kurz vorher zu fest zugeschlagen oder eben nicht fest genug. Aber das merkst du dann schon. ![]()
Wenn du in Deutschland etwas ändern könntest – was wäre das erste?
Hm... eine sinnvolle Rechtschreibreform auf den Weg bringen?!
Welche Entscheidung in deinem Leben würdest du gerne rückgängig machen?
Hahaha, diesen Gedanken anzupacken käme einem Akt der Selbstzerstörung gleich. Ehrlich, eine müßigere Tätigkeit gibt es m. E. nicht. Freilich verziehe ich heute noch bei der einen oder anderen gequält das Gesicht, und dennoch: Alle stehen in einer Kette von Ereignissen, die auch viel Gutes gebracht, mich zu Fehlern getrieben hat, aus denen ich gelernt habe, mich großartige Menschen treffen ließ, die ich sonst niemals getroffen hätte. Ja, sie ist ein Gesamtkunstwerk und die ganzen kleinen Dummheiten darin haben ihre Existenzberechtigung. Eine davon widerrufen? Nein, niemals – keine einzige!
Warum bist du froh, ein Mann zu sein?
Hm... wenn ich so darüber nachdenke - warum sollte ich es eigentlich sein? Ich liebe die Frauen, es sind großartige Wesen und sie dürfen ganz exquisite Attribute ihr Eigen nennen. Ja, sie sind die schöneren, anmutigeren Menschen und trotzdem in den Disziplinen „psychische Härte“ sowie „Schmerzempfinden“ klare Punktsieger. Sie sind wirklich sehr, sehr mächtige Geschöpfe. Ich glaube, wer eine kluge Frau, und davon gibt es nicht wenige, zu seinen Feinden zählt, hat einen ernsthaften Grund sich zu fürchten. Mag sein, vielleicht bricht sie dir nicht selbst die Kniescheiben, aber sie wird einen unter uns finden, der den Job für einen ordentlichen Blow gleicher Benennung erledigt.
Mann sein – seien wir doch ehrlich: Das ist doch alles Mist. Wir sind schlichte, zarte Seelen, gefangen in kraftstrotzenden Körpern. Und was haben wir davon? Immer den Dreckfresser spielen, das müssen wir. Wenn wir nicht an der Front fallen, müssen wir Wasserkästen in den fünften Stock schleppen. Und Haare wachsen uns auch aus der Nase…Oh Gott, ich habe es so satt!
Ja, ich könnte mir gut vorstellen eine Frau zu sein und mit ihnen zu spielen – mit diesen einfach gestrickten Kreaturen. Hrhrhr, sie wären nur Wachs in meinen Händen, wenn ich in meinen heißen Röckchen und auf 12 cm, mit geheimnisvollem Lächeln die Haare zurückwürfe und sie um Feuer bäte. Ich würde vor ihnen sitzen, mit meinen lackierten Zehennägeln wippen und es genießen, wie sie anfangen zu schwitzen - Ihr Opfer! Ach, und endlich einmal einen Menschen mit kruder Logik ungestraft zum Weinen bringen. Und ich könnte mein ganzes Zeug beim Ausgehen offiziell in einer Handtasche rumschleppen und ich dürfte mich wie eine derbe Schlampe aufführen und plötzlich wäre ich dann kein tumber Prolet mehr, sondern einfach nur eine selbstbewusste Frau, die weiß, was sie will. Hm? Das ist nicht wahr? Ha! Letzte Woche stand ich im Supermarkt und drei davon philosophierten lauthals und schmutzig lachend darüber, was sie mit dem ganzen Gemüse jetzt tun könnten und ich wurde ungewollt darüber informiert, dass die eine es jetzt unbedingt braucht, weil sie ja seit 2 Wochen keinen Kerl mehr im Bett hatte. Das hätte ich mal tun sollen. Da wäre was los gewesen – aber hallo! Da hätte es geraucht im Karton und der Geschäftsführer hätte die Polizei geholt. Und? Was war? Den Kerlen lief der Sabber runter und biedere Hausfrauen lächelten auf eine verschwörerische Weise, die einem sagte: „Hört nur gut zu – selbst im Roh- und Derbsein seid Ihr unterlegen. Ihr seid nicht mal mehr die besseren Proleten. Eure Hegemonie ist Geschichte.“ Ich wurde seit langem mal wieder fürchterlich rot und sie haben es bemerkt, getuschelt und mich höhnisch angelächelt...
Ja, ich bin froh, ein Mann zu sein! Ja! Alles andere wäre mir zu anstrengend. Hört ihr zu? Es beschäftigt uns nicht, ob die Schuhe unserer Saufkumpanen schöner oder wie dick ihr Arsch oder die Plautze sind. Und wir mögen die Worte „ja“ und „nein“. Ja, ich bevorzuge männliche Logik und geradlinige ehrliche Beschimpfungen. Es ist schön, dass niemand zu mir sagt: „Nein, ich diskutiere jetzt nicht mehr mit dir - du hast ja deine Tage!“ Oh, wie toll klingt doch da ein „Mach den Kopp zu - du bist ein verdammter Vollspacken, Junge!“ Und ein gut gesetztes „Na ja“ lässt uns nicht trübsinnig werden. Ja, ich bleibe lieber was ich bin. Ich war nie ein verdammter winning team joiner. No surrender, boys - we´ll rise agaiiiin! ...Hust...Verzeihung, manchmal rede ich mich in Rage.
Was möchtest du unbedingt in deinem Leben noch machen?
Ein Haus bauen. Mich selbständig machen. An einem Ort, wo die Sonne immer scheint und die Nächte warm sind. Einmal zum Pokalfinale nach Berlin fahren und dort mein Trikot ganz legal tragen dürfen, d. h. weil wir Endspielteilnehmer sind. Normalerweise bin ich ja als Neutraler dort, trage aber trotzdem unser Trikot. Einmal haben mich Union-Fans in der Bahn glatt als Schalker verunglimpft und sehr böse ausgelacht. Ich habe das dann richtiggestellt. Gelacht haben sie aber trotzdem.
Ein schöner Abend endet für dich mit…?
einem Mittag, an dem ich lachend aufwache. Hey, das war einfach!
Du darfst einen Monat an einem Ort deiner Wahl mit einer Bloggerin/einem Blogger deiner Wahl verbringen. Wohin fährst du und wen nimmst du mit?
Er müsste mit mir auf einer Kanareninsel – japp, klingt langweilig, aber das dortige Klima ist m. E. das weltbeste - am Strand spazieren gehen und ohne Unterlass Geschichten erzählen. „Erzählen Sie eine Geschichte, unfassbarer Herr Grob“, würde ich dann mit einem irren Ustinov-als-Nero-Lächeln befehlen, und wäre er fertig, so tunkte ich ihn und spräche: “Die Geschichte von Anna, der Seegurke, die zum Rendezvous mit dem dummgeilen Seeigel Peter Strumpfhalter an ihre Ringelsocken friemelt, gefällt uns nicht. Mache er hurtig eine neue, eine wirklich lustige Geschichte!“ – Klar, natürlich hätte sie mir gefallen, sie gefallen mir alle, aber das würde ich ihm nicht auf die Nase binden. Oh, stimmt, das ist gar nicht nett von mir, aber Strafe muss sein: er hat der Gemeinschaft frech gedroht das Geschichtenerzählen aufzugeben. Und das ist auch nicht nett. Überhaupt nicht. Jetzt schau mich nicht so an - einer muss doch mal handeln!
Welche drei Dinge packst du ins Reisegepäck, weil du nicht darauf verzichten kannst?
Eine Flasche Wasser (still), die traditionell im Reiseziel ungeöffnet ausgepackt wird. Alles andere ist absolut entbehrlich.
Lass uns ein wenig über dein Liebesleben plaudern. Hast du einen Freund/eine Freundin?
Huch, eine Fangfrage?! Na, du bist mir ja ein kleiner Schelm. Hahaha. Dürfte ich haben, sagt meine Frau. Natürlich würde sie mir dann mit der Nagelschere schlimme Dinge antun oder sogar meinen PC in den Vorgarten werfen. Wir beide wissen das.
Wie hast Du ihn/sie kennen gelernt?
Wir hatten uns irgendwann flüchtig über eine gemeinsame Freundin kennen gelernt. Monate später ließ sie sich in Sektlaune von dieser meine Handynummer geben und spielte einige Tage sehr spannend die große Unbekannte. Damals waren anonyme ferkelige SMS tatsächlich noch authentisch und nicht von einem 0190-er-Knecht. Tja, die gute alte Zeit.
Im Alltag nennt er/sie dich:
Stinkfauler...!!!
Was ist für dich Erotik?
Ich sage immer: Das Gesamtkonzept muss stimmen! Ein harmonisches Zusammenspiel von Körper, Charakter, Geruch, Stimme, Augen, Kleidung und vielem mehr kann extrem erotisch wirken. Nichts davon muss, für sich betrachtet, perfekt sein, alleine die richtige Kombination kann einen manchmal umhauen. Und obwohl ich ein schrecklicher Perfektionist bin, ist es hier merkwürdigerweise gerade das perfekt scheinende, was unerotisch auf mich wirkt. Eine chirurgisch angestrebte Perfektion, die geht z. B. mal gar nicht. Ein Gesicht braucht Spuren und Titten müssen sich weich und natürlich anfühlen. Erotik beinhaltet grundsätzlich etwas Natürliches aber auch Erreichbares für mich. Das kann ein weiblicher Mund unter Strahleaugen auf dem Stuhl gegenüber sein – ein Mund, der klug und witzig daherspricht und diese schmutzigen Winkelchen hat; solche die dir sagen: „Babe, nur so als Tipp, falls du der klugen witzigen Worte im Laufe des Abends überdrüssig sein solltest, streng dich ein wenig an, finde den Knopf zum Moduswechsel und lass uns Freude haben.“ Huuuh… ja, das finde ich verdammt erotisch!
Wie verdrehst du Männern/Frauen den Kopf?
Eine Hand lege man ans Kinn, die andere umfasse den Hinterkopf...´Schuldigung, nein, ich habe keine bewusste Masche. Jedes Mal, wenn ich ernsthaft versucht habe, einer Frau zu gefallen, wirkte es unnatürlich und die Strafe folgte mit niederschmetternden Ergebnissen auf dem Fuße. Abgesehen davon, dass ich nicht mehr im in diesem Geschäft tätig bin - es gibt keinen Plan. Genau genommen blubbere ich einfach so vor mich hin. Entweder lieben sie mich danach oder sie hassen mich. Beides ist in ausreichender Zahl vorgekommen.
Glaubst du an die wahre Liebe?
Selbstverständlich: Zustand, der mich gelegentlich in einen sabbernden und hilflosen Volltrottel verwandelt.
Wie steht es mit Sex, bist Du eher der Blümchentyp oder magst Du es wild und hemmungslos?
Natürlich Ersteres. Ich bin ja noch ein Kavalier alter Schule. Also, die jungen Leute heute, man sieht das ja täglich, da geht das holterdiepolter und „mach dich naggisch du Stück!“ Zu meiner Zeit gab es mindestens einen Strauß Rosen vorher. Meine Frau hat damals auch Rosen bekommen und? Jaha, sie hat mir dann bei der Knopfsuche ein wenig geholfen. So geht’s und nicht anders. Und überhaupt: Etikette muss sein. Sag ich immer.
Ist Bloggen für dich eine rein virtuelle Angelegenheit oder kannst du dir auch den Schritt in die Realität vorstellen, z.B. einen Blogger persönlich kennen zu lernen?
Diese Einteilung würde ich so nicht vornehmen, denn auch Bloggen ist real und es ist persönlich. Man kommuniziert mit anderen Menschen, lernt Teile von ihnen kennen, empfindet Sympathie oder Antipathie, registriert, was sie zu sagen haben, wie sie es sagen – es ist eine Facette ihrer Persönlichkeit. Insofern ist es auch ein echter Teil meiner Persönlichkeit, aber eben nur ein Teil. Ein Treffen würde das Bild durchaus schön ergänzen. Mit Gesichtern, Stimmen und Gesten. Ja, ich kann es mir vorstellen. Ich bin auch der Meinung, dass ich mit allen verlinkten Bloggern gute Abende verbringen könnte.
Ich nehme für mich eine andere Trennung vor: Die Blogosphere ist quasi eine Parallelwelt, d.h. ich schotte sie von meinem privaten Umfeld konsequent ab. Schade eigentlich, ich könnte meine Besucherzahl erhöhen, aber es würde mir die Entspannung nehmen, die ich beim Schreiben empfinde, wenn ich ständig Rechenschaft darüber ablegen müsste, warum ich etwas wie geschrieben habe.
“trainbuk“ Wie bist Du zu Deinem Nick gekommen – und was bedeutet er?
Man setze mich an ein Fenster, dann halte ich den Rand, glotze stundenlang raus und grübele. Zugfahren eignet sich ausgesprochen gut dazu. Der Nick sollte das irgendwie widerspiegeln, die Thematik aber nicht zu stark eingrenzen. „Train“ bezieht sich daher nur mittelbar auf die Texte, in dem Sinne, dass sie eben in der Regel im Zug gebloggt werden. Irgendwie hatte ich wohl bei der Entscheidungsfindung einen Bukowski-Wälzer in der Hand. „Buk“ ist folglich eine Ehrung dieses leider verstorbenen, unverwechselbaren Autors, Säufers und Hurenbocks Charles B. Die Kombi gefiel und tauchte im Netz noch nicht auf.
Verrätst du uns deinen richtigen Vornamen?
Namensmäßig bin ich eigentlich schon ein ziemlich verkorkstes Kerlchen. Ich wurde von einer gläubigen Katholikin geboren und folgerichtig nach einem Erzengel benannt – genau genommen, DEM Erzengel. Zu ihrem Leidwesen ein einziges Desaster. Früh zum Atheismus konvertiert, bin ich inzwischen zu einem Vertreter des Semi-Atheismus entartet. Will sagen, laufen die Dinge gut, dann habe ich alles richtig gemacht, laufen sie katastrophal, ist sein bösartiger Humor dafür verantwortlich. Da ich im Zorn des Öfteren schlimme Dinge zu ihm gerufen und gar mit Seitenwechsel gedroht habe, wäre es auch besser, wenn er nicht existierte.
Zum Schluss darfst du eine Einladung aussprechen. Wer soll demnächst in meiner Küche mit mir plaudern?
Da ich niemanden aus meiner Blogroll benachteiligen möchte, wähle ich jemanden, der da noch gar nicht drinne ist. Ich bin sicher, wir alle werden mächtig Freude an Martha haben.
Besten Dank für das Gespräch!
Ich habe zu danken.
Und wer jetzt noch nicht genug hat, geht direkt zu trainbuk.
Am Samstag kommt Unkita!

Kerle, Kerle, das war ne Vorlage. Du musst einen verdammt weiten Weg zur Arbeit haben.
Und der wahre Erzengel könnte Gabriel oder Michael sein. Träfe zweiteres zu, würde ich glatt wieder in die Kirche eintrten.